Bundesweit einmaliges Pilotprojekt zum Digitalfunk in Aachen gestartet


Kreis Aachen. Ab sofort funken Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in der Aachener Region digital. "Damit bricht ein neues Zeitalter für die Zusammenarbeit von Polizei und Rettungsdienste an", sagte nordrhein-westfalens Innenminister Dr. Fritz Behrens beim Start des Pilotprojektes Digitalfunk in Aachen.

   
Innenminister Dr. Fritz Behrens stellte sich den Fragen der Journalisten vor den Fahrzeugen, in den die neuen Geräte für den Pilotversuch eingebaut wurden. In den 4-11-1, Einsatzleitwagen 1 der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenrath, wurde auch ein neues Gerät für das Pilotprojekt eingebaut.

















Bei Einsätzen können künftig Feuerwehr und Polizei in einer Funkgruppe zusammen geschaltet werden und alle Funksprüche des offenen Kanals mithören. Das lästige Umschalten auf einzelne Funkkanäle entfällt. Aber: das neue Digitalfunk-System ist abhörsicher. Außerdem sei es zukünftig möglich, zum Beispiel bei Unfällen mit Gefahrguttransportern per funkgestützter Übertragung Informationen aus Gefahrgut-Datenbanken zum Unglücksort zu übertragen. Auch Lagepläne, Skizzen und Fotos können übermittelt werden. An dem Pilotprojekt beteiligen sich neben Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auch Bundesgrenzschutz, Zoll, Technisches Hilfswerk und das Bundeskriminalamt. Der Raum Aachen eignet sich besonders für die Erprobung der neuen Digitaltechnik, da auch Niederländer und Belgier jenseits der Staatsgrenzen das digitale Funksystem testen werden. Die neue Technik basiert auf dem digitalen Standard "Terrestrial Trunked Radio" (TETRA). Dies ist der zur Zeit einzig europäisch harmonisierte Standard für professionellen Mobilfunk. Die Länder und der Bund investieren nach einem Beschluss der Innenminister insgesamt 15 Millionen Mark in Aachen für die Erprobung der neuen digitalen Funktechnik. Sie soll zukünftig bundesweiter Standard werden. "Die flächendeckende Einführung des Digitalfunks für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ist eines der ehrgeizigsten Projekte von Bund und Länder in diesem Jahrzehnt", meinte Behrens. Auf einer Fläche von 715 Quadratkilometern ist in den letzten Monaten die notwendige Netzinfrastruktur mit Sendern und Antennen für den Digitalfunk aufgebaut worden. Die Dienststellen der beteiligten Behörden im Großraum Aachen wurden mit 135 stationären und 580 digitalen Handfunksprechgeräten ausgestattet. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen begleitet das Pilotprojekt wissenschaftlich; die technische Betreuung übernehmen die Zentralen Polizeitechnische Dienste (ZPD) in Düsseldorf. Auch der Kreis Aachen mit seiner Leitstelle, die neun Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Aachen sowie der Rettungsdienst sind an dem Projekt beteiligt. Marlis Cremer, Leiterin des Fachamtes beim Kreis Aachen, und Friedhelm Königstein von der Leitstelle haben den Einbau von zwölf festen und weiteren 39 Handsprechfunkgeräten jetzt koordiniert. So wurden die neuen digitalen Geräte in Krankentransport- und Rettungswagen ebenso wie Feuerwehreinsatzfahrzeuge eingebaut. Bei den Feuerwehrfahrzeugen wurden Einsatzleitfahrzeuge und Löschfahrzeuge unterschiedlich ausgewählt, an dem Pilotprojekt teilzunehmen. Natürlich hat auch der neue ELW 2 des Kreises Aachen ein Gerät der "neuen Generation" erhalten. Nach Beendigung der PreTest?Phase wurde der Pilotversuch jetzt Anfang Juli begonnen.

Hier der Festeinbau im 4-11-1; neben dem herkömmlichen Funkgerät der Festeinbau des neuen digitalen Funkgerätes (links).
Bildnachweis: Polizeipräsidium Aachen

Weitere Informationen zum Pilotprojekt gibt es auch im Internet unter:

Pilotprojekt Digitalfunk Kreis Aachen



OBM Bernd Schaffrath Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenrath 10. Juli 2001