Spielmannszug

Dass die Feuerwehr mehr kann als Retten, Löschen, Bergen und Schützen ist am Spielmannszug des Löschzuges Merkstein der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenrath zu sehen.

Der Spielmannszug im Gründungsjahr 1952
Der Spielmannszug Merkstein ist die einzige Musikeinheit in den Reihen der Herzogenrather Feuerwehr und kann auf eine mehr als 50jährige Geschichte zurückblicken, die eng mit dem Ortsteil Merkstein verbunden ist. Die Verbindung zur Feuerwehr ist dabei eher zufällig zustande gekommen.

Seinen Ursprung hatte der Spielmannszug 1948, damals noch mit weißen Uniformen, in einer Karnevalsgesellschaft namens “Stadtsoldaten”. Doch die Wirren der Nachkriegsjahre gingen auch an den Karnevalisten nicht ohne weiteres vorbei. Das Geld für Instrumente und Kostüme fehlte und die Konkurrenz von anderen Vereinen ließen die Mitgliederzahlen der “KG Stadtsoldaten” sinken. Im Frühjahr 1952 zerbrach daher die Karnevalsgesellschaft und der Spielmannszug stand plötzlich ohne Verein da.

Der damalige Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Merkstein, Hauptbrandmeister Otto Sonntag, war es, der die Gunst der Stunde erkannte. Er war sofort bereit, den Spielmannszug mit in die Freiwillige Feuerwehr aufzunehmen. Allerdings mussten sich die Spielleute der ehemaligen “KG Stadtsoldaten” im Gegenzug für den Feuerwehrdienst verpflichten und alle einen Feuerwehrlehrgang absolvieren. Dies taten auch alle Spielleute. So kam es, dass 1952 die Freiwillige Feuerwehr Merkstein kurzfristig ihren Mitgliederbestand ansehnlich vermehren konnte und dazu noch zu einem Spielmannszug gekommen ist.

Der Spielmannszug beim 25-jährigen Bestehen im Jahre 1977
Da man mit dem Wechsel zur Feuerwehr nun “städtisch” war, bekam der Spielmannszug einen Übungsraum in den Kellerräumen des damaligen Merksteiner Rathauses am August-Schmidt-Platz zugeteilt. Dort wurden Märsche einstudiert und über die Aufmärsche des Spielmannszuges gesprochen. Gleichzeitig wurden in den Kellerräumen aber auch für die Feuerwehrmänner die Lehrgänge bzw. Unterrichte im Brandschutz abgehalten und die Übungen geplant. Die enge Anbindung zur Feuerwehr war nicht mehr zu verkennen.

Fortan durchlief der Spielmannszug die üblichen Höhen und Tiefen eines Vereins. Die Mitgliederzahlen stiegen mal, andererseits fielen sie auch wieder.

Im Jahre 1970/71 löste sich das Merksteiner Trommlerkorps “Magerauer Korps 1913” auf. Einige Spielleute dieses Korps wollten der Musik dennoch treu bleiben und traten kurzerhand, mitsamt des Kassen- und Instrumentenbestandes des alten “Magerauer Korps 1913” dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr bei, wodurch die Mitgliederzahlen wiederum in Höhe schnellten. Gleichzeitig übernahm mit Hans Engels erstmals auch ein aktiver Feuerwehrmann die Führung des Spielmannszuges, nach dem diese Position bisher immer von “Nichtfeuerwehrmännern” bekleidet worden war.

Die kommunale Neugliederung, das bisher eigenständige Merkstein wurde der Stadt Herzogenrath eingemeindet, überstand der Spielmannszug ohne Probleme.

Dank der aktiven Jugendarbeit von Hans Engels existiert der Spielmannszug des Löschzuges Merkstein der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenrath bis heute. Wenn auch die Mitgliederzahlen in den letzten Jahrzehnten immer stärker gesunken sind, so ist der Spielmannszug der Feuerwehr nicht mehr vom musikalischen Geschehen in Herzogenrath wegzudenken. Ob zu Sankt-Martin, Karneval, Schützenfesten, Jubiläen oder Stadtteilfesten – der Spielmannszug ist immer präsent. Die Flötisten und Trommler werden immer wieder gerne für musikalische Anlässe “gebucht”. Im Repertoire befindet sich Marschmusik, aber auch allgemeine Unterhaltungsmusik.

Einen schweren Verlust musste der Spielmannszug bzw. der Löschzug Merkstein Ende Oktober 2009 hinnehmen. HBM a. D. Hans Engels verstarb nach langer, schwerer Krankheit. Bis zu seinem Tode kümmerte er sich um “seinen” Spielmannszug. Mit seinem Tod hinterließ er eine große Lücke in den Reihen der Musiker. Derzeit befindet sich der Spielmannszug daher im organisatorischen Neuaufbau.

Der Spielmannszug trifft sich regelmäßig zum Üben mittwochs in der Zeit von 18.00 bis 20.00 Uhr im Feuerwehrhaus an der Martinusstraße.